Wahlfachkorb

 

Inhaltliche Ausrichtung des Wahlfachkorbes

Umweltrecht ist keine neue Materie. Schon im 19. Jahrhundert entstanden Kodifikationen, die die nachhaltige Nutzung und Schonung von Wald und Wasser steuern sollten. Im Zuge der Industrialisierung ist die Sorge um die natürlichen Lebensgrundlagen jedoch zunehmend ins Hintertreffen geraten. Erst die besorgniserregende ökologische Entwicklung im Gefolge des Wiederaufbaus nach dem zweiten Weltkrieg und der durch die Ölkrise ausgelöste Schock haben ein Umdenken ausgelöst. In den vergangenen Jahrzehnten hat der Gesetzgeber auf die vielfältigen Umweltbedrohungen umfassend und nicht selten hektisch reagiert. Mit dem Beitritt zur Europäischen Union sind deren Rechtsakte zu einem zusätzlichen Motor für Veränderungen geworden. Das Umweltrecht hat dadurch sowohl an Dichte als auch an Bedeutung gewonnen. An den von allem Anfang an beklagten Defiziten an Übersichtlichkeit, Durchschaubarkeit und Rechtssicherheit hat sich hingegen bis heute nichts geändert.

Die Dynamik des Umweltrechts, sein Querschnittscharakter und seine Weite erschweren das Verständnis dieses Rechtsgebiets beträchtlich. Der Wahlfachkorb „Umweltrecht“ versucht, seiner gestiegenen Bedeutung gerecht zu werden, die in der universitären Ausbildung klaffende Lücke zu schließen und die bestehende Zersplitterung seiner Pflege durch integrative Ansätze zu überwinden.

Um die Verbindung von Wissenschaft und Praxis weiter zu vertiefen, sind die Vortragenden teils akademische Lehrer, teils ausgewiesene Praktiker aus den Höchstgerichten, der Verwaltung, der Anwaltei und den Unternehmen (Verbund, ASFINAG). Dieser Brückenschlag bietet den Studenten Gelegenheit zum Kontakt mit der Praxis und den Praktikern die Möglichkeit, ihren Juristennachwuchs aus den Teilnehmern am Wahlfachkorb zu rekrutieren.

Aufbau des Wahlfachkorbes

Das Programm des Wahlfachkorbs setzt sich aus einem verpflichtenden und einem fakultativen Teil zusammen. Die Pflichtveranstaltungen im Ausmaß von 8 ECTS sollen das nötige Basiswissen vermitteln. Absolviert man weitere Lehrveranstaltungen im Ausmaß von 10 ECTS aus dem Wahlbereich, erwirbt man ein Zusatzdiplom über die Schwerpunktausbildung "Umweltrecht".

 

Lehrveranstaltungsangebot

 

Kernbereich:

 

Wintersemester

Sommersemester

Stunden

KU Umweltrecht – allg. Einführung und ausgewählte Sachgebiete

Ennöckl/

Niederhuber

 

3

KU Anlagenrecht

 

Ennöckl/

Wessely

3

KU Umweltprivatrecht

 

Nitsch

2

 

Wahlbereich:

 

Wintersemester

Sommersemester

Stunden

KU Tierschutzrecht, europäisches und österreichisches

Wessely

 

3

KU Einführung in das Abfallwirtschaftsrecht

Forster/Berl

 

3

KU Umweltverträglichkeitsprüfung

 

Berger

2

KU Das Recht der Genehmigung bei Infrastrukturvorhaben – dargestellt anhand der Bereiche Elektrizität, Gas, Bundesstraßen, Eisenbahn

 Zleptnig/

Kubin

 

3

KU Praxis der Energiemarktregulierung

Haas

Haas

2

KU Wasserrecht

Vogl

 

2

SE Indigenous Legal Studies

Kuppe

 

4

KU International and European Environmental Law

 

Loibl

3

KU Naturschutzrecht

 

 

2

KU Produktbezogenes Umweltrecht, Chemikalienrecht

Götsch

 

2

KU Biotechnologierecht I: Gentechnikrecht

Stelzer

 

2

MC Moot Court

 

Ennöckl

8

KU Jagd- und Waffenrecht

 

Erlacher

2

 

Moot Court 2020